Musik bedeutet auch immer Emotion. Musik verursacht Emotionen in uns und kann unsere Stimmung zum Positiven ebenso wie zum Negativen beeinflussen. Auf diesem Prinzip basiert zum Beispiel die Filmmusik, ohne die ein Horrorfilm nur halb so gruselig sein würde.

Diese Verbindung zwischen Ton und Emotion nutzen experimentelle Musikrichtungen gerne, um das, was wir als Musik definieren, auszuweiten und neu zu definieren.

Wie ist experimentelle Musik entstanden?

Theoretisch ist jede Form der Musik aus einem Experiment heraus enstanden. Dennoch gibt es bestimmte Musikrichtungen, die experimenteller sind als andere. Oft werden sie als komisch oder ungewohnt wahrgenommen. Die erste Musikrichtung in dieser Art war die Bebop-Bewegung im Jazz. Sie entstand Anfang der 1940er Jahre und war für viele erst einmal ungewohnt – um es harmlos auszudrücken. Miles Davis war gar kein Fan und warf der Musik vor, keinerlei Melodie oder Takt zu haben, weswegen sie nicht als solche bezeichnet werden könne.

Aus der Idee, Musik experimenteller und als Kunstwerk zu betrachten, entstanden über die Jahre immer mehr Bewegungen für experimentelle Musik. Bands wie die Einstürzenden Neubauten trieben diese Idee Anfang der 1980er Jahre auf die Spitze, als Blixa Bargeld, N. U. Unruh, Gudrun Gut und Beate Bartel die Band gründeten mit dem Ziel, Musik ohne Instrumente zu schaffen. In mittlerweile legendären Konzerten nutzten die Künstler alles von Blechrohren über Schleifmaschinen und eine Flex, Beton und Glas um aus Geräuschen Musik zu machen. Daher stammt auch der Name des Genres, „Noise“, das letztendlich einfach nur „Lärm“ oder „Ton“ bedeutet – und die Gradwanderung der Musiker zwischen purem Krach und echter Kunst in nur einem Wort sehr gut beschreibt. Inzwischen gibt es hunderte von Bands, die diesem Ideal mal mehr, mal weniger erfolgreich folgen.

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